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Kurve kriegen

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Kurve kriegen
Frühe Hilfe statt späte Härte lautet die Devise gegen Kinder- und Jugendkriminalität

Wenn Kinder schon im Alter von acht Jahren Straftaten begehen, die sich mit zunehmendem Alter häufen oder schwerwiegender werden, besteht Anlass zur Sorge.

Denn aus diesen Kindern können, bei ungünstigen Rahmenbedingungen und ohne wirkungsvolle Intervention, sogenannte „Intensivtäter“ werden.

Durchschnittlich schädigt ein „Intensivtäter“ bis zu seinem 25. Lebensjahr 100 Opfer, die er z. B. bestiehlt, beraubt, verprügelt. Damit einher gehen etwa 1,7 Millionen Euro an sozialen Folgekosten, die er in dieser Zeit direkt oder indirekt verursacht.

Dies zu verhindern, ist Ziel der Initiative „Kurve kriegen“.

„Kurve kriegen“ wurde 2011 durch das Innenministerium des Landes Nordrhein-Westfalen in zunächst  acht Behörden, darunter die Kreispolizeibehörde Rhein-Erft-Kreis, installiert. Mittlerweile hat sich die Zahl der Polizeibehörden auf 23 erhöht.

Das „Kurve kriegen“-Team im Rhein-Erft-Kreis setzt sich zusammen aus den drei Sozialarbeitern/- pädagogen Ralf Zentis, Aileen Müller und Natalie Mücke und der polizeilichen Ansprechpartnerin Susanne Springer.

Die Pädagogen erstellen für die teilnehmenden Kinder und deren Eltern ein Bedarfsprofil und koordinieren die pädagogischen Maßnahmen wie Coolnesstraining, Sozialkompetenztraining, Elternberatung und Erlebnispädagogik, die von Jugendhilfeträgern durchgeführt werden. Mit diesen Jugendhilfeträgern hat die Behörde entsprechende Verträge geschlossen.

Die Teilnahme an der Initiative „Kurve kriegen“ ist für Kinder und Eltern freiwillig und kostenlos.

 Durch die NRW-Initiative „Kurve kriegen“ soll die Entwicklung besonders kriminalitätsgefährdeter Kinder und junger Jugendlicher zu „Intensivtätern“ frühestmöglich erkannt und nachhaltig verhindert werden.

Aufgenommen werden können Kinder und Jugendliche

  • im Alter zwischen acht und 15 Jahren,
  • die mindestens eine Gewalttat  (z. B. gefährliche Körperverletzung, Bedrohung…)
  • oder mindestens drei Eigentumsdelikte begangen haben
  • und für die sogenannte kriminalitätsfördernde Risikofaktoren gelten (wie z. B. Gewalterfahrung, kriminalitätsbelastetes Wohnumfeld, Drogenmissbrauch, straffällig gewordener Freundeskreis…).

 
Frühe Hilfe statt späte Härte!
Mit Blick auf die zahlreichen Opfer, die enormen sozialen Folgekosten, die ein „Intensivtäter“ verursacht sowie seine zu erwartende soziale Isolation muss die Intervention frühestmöglich erfolgen – und zwar bevor die „kriminelle Karriere“ Fahrt aufnimmt.
Die Investition von Personal und Geld in der frühen Phase der Auffälligkeiten ist im Vergleich zu später notwendigen Investitionen, Kosten und Maßnahmen gering – und vor allen Dingen wirkungsvoll.

 

Ihre Ansprechpartnerin:

Susanne Springer, Telefon: 02233 52-4815

 

Hier geht es zur Landesseite "Kurve kriegen"